24.06.2016

Automatisierung und Visualisierung der Produktionsanlagen schaffen ein breit gefächertes Aufgabengebiet – die Elektrowerkstatt stellt sich vor


Fehlersuche im Steuerschrank.

Kabelzugarbeiten.

Ein Teil der Mitarbeiter und Auszubildenden.

PLS-Erstellung.

Im Zuge der heutigen Automatisierung und Visualisierung von Produktionsanlagen hat die E-Instandhaltung ein breit gefächertes Aufgabengebiet. Zurzeit sind wir für die E-Instandhaltung im Werk Bad Münstereifel und Euskirchen zuständig.

Die Instandhaltung und Wartung der elektrischen Anlagen wird durch ein elektronisches Management-System unterstützt (vFM). Über dieses System werden Störmeldungen, die z.B. durch die Mitarbeiter der Produktion gemeldet werden und dann als Arbeitsauftrag an die einzelnen Mitarbeiter der Elektro-Werkstatt verteilt. Die anschließenden Reparaturen werden abgearbeitet und deren Verlauf im System dokumentiert. Diese Daten stehen dann für spätere Auswertungen zur Verfügung und helfen bei der Ermittlung häufiger Störungsursachen. Die dadurch eingeleiteten Maßnahmen dienen dazu, Anlagenstillstände (Produktionsausfälle) zu reduzieren.

Damit die Produktionsanlagen auch außerhalb der Tagschicht an Wochenenden und Feiertagen nicht zum Stillstand kommen, sind die Mitarbeiter in einer Rufbereitschaft organisiert. Zur Störungssuche können viele Produktionsanlagen auch über einen Fernzugang (Internet) beobachtet und bedient werden.  So können z.B. die Produktionsmitarbeiter bei einer Anlagenstörung unterstützt werden.

Neben den grundlegenden Aufgaben wie Fehlersuche und Störungsbeseitigung sind die Arbeitsbereiche weiter wie folgt unterteilt: in den Neubau und Umbau von Leitungsnetzen für Stromversorgungen, Datentechnik, sowie Beleuchtungsanlagen und Haustechnik. Hierzu steht ein externer Mitarbeiter einer örtlichen Fachfirma zur Verfügung. Zwei Mitarbeiter sind geschult, um die sicherheitstechnische Überprüfung und Reparatur an Elektro-, EDV-Geräten usw. durchführen zu können (zurzeit über ca. 3000 in Bad Münstereifel und Euskirchen).

Zwei weitere Mitarbeiter sind für das Prozess-Leitsystem (PLS) zuständig. Hierbei handelt es sich um ein Bedien- und Beobachtungssystem, welches es den Produktionsmitarbeitern erlaubt, die Anlagen über einen Bildschirm-Arbeitsplatz zu beobachten und zu bedienen. Die aktuellen Daten der Anlagen, wie z.B. Temperaturen, Drücke, Schaltzustände von Ventilen, Regelkreise und Trendaufzeichnungen, werden visuell dargestellt. Ebenso werden die verschiedenen Rezepturen für die Produktion der Produkte über das PLS verwaltet und in Datenbanken gesichert. Ein weiterer Mitarbeiter erstellt mit Hilfe eines CAD-Programms die Stromlaufpläne (Schaltpläne). Diese dokumentieren die elektrische Ausrüstung der Maschinen und Anlagen (Steuerschränke). Sie dienen als Grundlage bei der Fehlersuche und Störungsbeseitigung. Auch größere Umbau-, Neubau-Maßnahmen von verfahrens- und produktionstechnischen Anlagen werden im Bereich Elektrotechnik von eigenen Mitarbeitern durchgeführt. Damit diese Maßnahmen zeitnah und durchgängig bearbeitet werden können, sind diese Mitarbeiter in einem Projekt-Team organisiert. Von der Planung über den Aufbau der Hardware, Programmierung der Steuerung, sowie Visualisierung der Anlage, bis hin zur Inbetriebnahme wird diese Engineering-Leistung ausgeführt.

Zurzeit sind 10 Mitarbeiter in der Elektrowerkstatt/-instandhaltung tätig, dazu vier Auszubildende in unterschiedlichen Ausbildungsstufen mit dem Ziel, ihre Ausbildung als "Elektroniker für Automatisierungstechnik" abzuschließen.

 

Markus Schönenborn, Leiter Elektrowerkstatt